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Transformation

Innovationen verstehen:
Treiber, Hürden und Promotoren

Erfahre mehr über die Rolle von Innovationen im Organisationskontext – warum diese oft nicht an fehlenden Ideen scheitern und wie du Barrieren erfolgreich überwindest.

Fernglas, das auf Stadt blickt

„Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein." – Philip Rosenthal

Für Organisationen bedeutet das vor allem eines: Stillstand ist keine Option mehr, denn Innovationen sind nicht nur ein Wettbewerbsvorteil – sie sind überlebenswichtig und der Schlüssel zu langfristigem Erfolg. Sie treiben Wachstum voran, sorgen für Einzigartigkeit und ermöglichen flexible Anpassungen. Wer sich nicht kontinuierlich weiterentwickelt, verliert – an Relevanz, an Wettbewerbsfähigkeit und an Zukunftsfähigkeit. 

Was macht Innovationen so relevant? Warum scheitern viele Unternehmen trotz guter Ideen? Und wie können interne Strukturen helfen, Innovationsprozesse zu fördern? In diesem Artikel beleuchten wir die Rolle von Innovationen, klassische Innovationsbarrieren sowie das Promotorenmodell als Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung.

 

Wie definiert sich der Innovationsbegriff?

Grundlegend geht es bei einer Innovation um eine Neuheit oder eine Erneuerung, die die Fähigkeit zur Einmaligkeit hat. Sie kann als Prozess und als Ergebnis einer, aus einer bestimmten Sichtweise, neuen oder veränderten Kombination von Zwecken und Mitteln verstanden werden (vgl. Hüsig, 2006). Innovationen sind also mehr als nur Ideen – sie sind die erfolgreiche Umsetzung von Neuerungen, die einen echten Mehrwert schaffen. Der entscheidende Unterschied zwischen einer bloßen Idee und einer Innovation ist der praktische Nutzen: Innovationen verändern den Status Quo und schaffen Fortschritt. Genau aus diesem Grund geht eine Innovation fast immer mit Unsicherheit, Risiko und Komplexität einher – doch gerade in dieser Herausforderung liegt ihr enormes Potenzial. Dabei gibt es nicht die eine richtige Form von Innovationen, denn Innovation bedeutet nicht für jedes Unternehmen stets dasselbe: Für die einen ist es die Entwicklung eines völlig neuen Produkts, etwa eines Elektromotors, für andere die Optimierung bestehender Systeme, wie eines Betriebssystems, oder die Neugestaltung interner Prozesse. Egal, in welchem Kontext man Innovationen betrachtet – ihr Wert entsteht durch das, was euer Unternehmen daraus macht. 

 

Die Relevanz von Innovationen

Innovationen sind der zentrale Treiber für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und langfristigen Erfolg. Unternehmen, die es schaffen, kontinuierlich innovativ zu bleiben, reagieren schneller auf Veränderungen und gestalten Märkte und Zielgruppen aktiv mit. Ein unersetzlicher Bestandteil erfolgsversprechender Innovationen ist v.a. ein gut funktionierendes Innovationsmanagement. Dies ermöglicht es nicht nur, Produkte, Services und Prozesse effizienter zu gestalten, sondern auch Innovationsprozesse gezielt zu planen, zu steuern und zu kontrollieren, sowie eine innovationsfördernde Organisationsstruktur und -kultur zu schaffen. Innovationsorientierte Unternehmen sind nicht nur effizienter, sondern auch widerstandsfähiger gegenüber Disruptionen. Strategisch eingesetzte Methoden wie „Open Innovation“ erhöhen die Umsetzungsgeschwindigkeit und verbessern die Erfolgsquote. Zudem stärkt Innovation die Mitarbeitermotivation, indem interne Abläufe optimiert werden, und trägt zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen bei – etwa durch nachhaltige Technologien oder soziale Geschäftsmodelle. 

Neben den bekannten Treibern wie Digitalisierung, steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen, wachsendem globalen Wettbewerb und sich ständig verändernden Kundenerwartungen stellt sich die Frage: Warum sind Innovationen heute wichtiger denn je? 

Ein Blick auf aktuelle Zahlen und Fakten zeigt deutlich, welchen konkreten Unterschied Innovation macht: Unternehmen, die gezielt in Innovation investieren, erzielen im Schnitt rund 33 % mehr Wachstum – gemessen an Umsatz, Gewinn und Wertentwicklung. Gleichzeitig sehen 93 % der Führungskräfte Innovation als den entscheidenden Erfolgsfaktor für die Zukunft. 

Auch im Wettbewerb zahlt sich Innovationskraft aus: Unternehmen mit einer klaren Innovationsstrategie bauen ihre Marktanteile zwei- bis dreimal schneller aus als weniger innovative Wettbewerber. Darüber hinaus tragen Prozessinnovationen maßgeblich zur Effizienzsteigerung bei, indem sie operative Kosten im Durchschnitt um 10–20 % senken – etwa durch Automatisierung oder digitale Workflows. Nicht zuletzt wirkt sich ein innovatives Umfeld auch positiv auf die Mitarbeitenden aus: In entsprechenden Organisationen ist die Mitarbeiterbindung um bis zu 25 % höher.

Damit ist klar – Innovationen sind keine Option, sondern eine Notwendigkeit für zukunftsfähige Organisationen. 

 

Innovationsbarrieren – Wenn gute Ideen scheitern

Wie auch im klassischen Change-Management, spielen Barrieren eine zentrale Rolle in Innovationsprozessen. Denn trotz des hohen Innovationsdrucks gelingt es vielen Unternehmen nicht, ihre Ideen erfolgreich umzusetzen. Die Gründe dafür sind meist nicht technischer, sondern organisatorischer und kultureller Natur. So muss nicht nur mit Schwierigkeiten während des Innovationsprozesses gerechnet werden, sondern in den meisten Fällen sind Innovationen per se im Unternehmen nicht immer willkommen. Dabei es ist wichtig zu beachten, dass Widerstände und Konflikte Wesensmerkmale von Innovation und Wandel sind und als positive Aspekte genutzt werden können. Die Überwindung von Widerständen ist dabei eine originäre Aufgabe des Innovationsmanagements. Grundsätzlich kann zwischen unternehmensinternen und unternehmensexternen Barrieren unterschieden werden:

 

Unternehmensinterne Barrieren

Personelle Widerstände: Willens- und Fähigkeitsbarrieren oder Angst vor Neuem

  • Organisations- und strategiebedingte Barrieren: Konfliktscheue oder starre Unternehmenskultur 
  • Ressourcenmangel innerhalb der Organisation: Mangelndes Budget oder Personal in der richtigen Quantität und Qualität
  • Technische Machbarkeit: Mangel an technologischen Ressourcen oder Know-How

 

Unternehmensexterne Barrieren

Staatlich regulatorische Barrieren: Bürokratische Vorgaben oder Gesetze

  • Beschaffungsmarkt: Mangel an Kapital oder innovativen Lieferanten
  • Absatzmarkt: Kleiner Absatzmarkt oder Mangel an innovativen Kunden
  • Gesellschaftliche Barrieren: Ungünstiges Innovationsklima oder Widerstand durch Protestgruppen
  • Interorganisationale Barrieren: Mangelnde Kooperationsbeziehungen mit Lieferanten, Kunden oder Innovationspartnern

 

Solche Barrieren zeigen: Ohne geeignete Rahmenbedingen können selbst brillante Ideen ins Leere laufen. 

Doch so sehr sie Innovationsprozesse verzögern oder blockieren können, erfüllen viele Barrieren auch eine wertvolle Funktion. Sie helfen dabei, unausgereifte oder riskante Ideen kritisch zu hinterfragen und schädliche Innovationen frühzeitig zu erkennen. Oft decken sie Schwachstellen im Konzept, in der Umsetzung oder in der Kommunikation auf – und machen so Lernprozesse erst möglich. Richtig genutzt, fördern Innovationsbarrieren also nicht nur die Qualität, sondern stärken auch die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens gegenüber Fehlschlägen.

 

Das Promotorenmodell – Treiber erfolgreicher Innovationen

Auch wenn Innovationsbarrieren wichtige Funktionen erfüllen können – etwa indem sie Risiken aufzeigen oder zur Qualitätsverbesserung beitragen –, bleiben sie eine Hürde, die überwunden werden muss. Genau hier kommen sogenannte Promotoren ins Spiel: Sie erkennen nicht nur Blockaden, sondern helfen aktiv dabei, sie zu beseitigen oder konstruktiv zu nutzen. Promotoren sind die internen Wegbereiter für Innovationen – ohne sie bleibt selbst die beste Idee im Ansatz stecken. Das Promotorenmodell, entwickelt von Witte und erweitert durch Hauschildt, unterscheidet demnach vier Schlüsselrollen im Innovationsprozess:

 

1. Machtpromotor

  • Besitzt formale Autorität im Unternehmen.
  • Hebt politische und strukturelle Widerstände auf.
  • Sichert Ressourcen und strategische Rückendeckung.

Umsetzung im Arbeitsalltag: Machtpromotoren können z.B. in Meetings Projekte priorisieren, Budgets freigeben oder Teams den Rücken stärken. Sie sorgen dafür, dass innovative Ideen nicht an internen Formalitäten scheitern.

 

2. Fachpromotor

  • Bringt tiefes technisches oder fachliches Wissen mit.
  • Bewertet die Machbarkeit und trägt zur Lösungsentwicklung bei.
  • Sorgt für inhaltliche Qualität und technische Realisierbarkeit.

Umsetzung im Arbeitsalltag: Fachpromotoren prüfen z.B. Prototypen, geben Feedback zu Konzepten oder coachen Teams bei der Umsetzung technischer Lösungen. Sie garantieren, dass Innovationen praktisch umsetzbar und fachlich fundiert sind. 

 

3. Prozesspromotor

  • Kennt interne Abläufe und Entscheidungswege.
  • Koordiniert zwischen Fach- und Machtpromotor.
  • Überwindet bürokratische Hindernisse.

Umsetzung im Arbeitsalltag: Prozesspromotoren können z.B. Checklisten für Freigaben erstellen, Entscheidungswege sichtbar machen oder interne Abstimmungsrunden moderieren. Dadurch wird verhindert, dass gute Ideen durch bürokratische Hürden blockiert werden.

 

4. Beziehungspromotor

  • Baut tragfähige Netzwerke und Vertrauen auf.
  • Fördert bereichsübergreifende Zusammenarbeit.
  • Unterstützt durch informelle Kommunikation und soziale Kompetenz.

Umsetzung im Arbeitsalltag: Beziehungspromotoren verbinden Teams, organisieren z.B. Workshops oder informelle Austauschrunden und sorgen dafür, dass Ideen abteilungsübergreifend verstanden und unterstützt werden.

Das Erfolgsrezept erfolgreicher Innovationen liegt im Zusammenspiel verschiedener Promotorenrollen. Denn nur wenn Fachwissen, Entscheidungskompetenz, Prozessverständnis und zwischenmenschliche Verbindungen zusammenwirken, können Innovationsideen nicht nur entstehen, sondern auch umgesetzt werden. Promotoren sind dabei mehr als Unterstützer – sie sind Brückenbauer, Möglichmacher und Katalysatoren des Fortschritts. Im Arbeitsalltag gelingt der Einsatz solcher Promotoren v.a. dann, wenn jede Rolle klar definiert ist und die Promotoren regelmäßig konkrete Aufgaben übernehmen. So werden Innovationsbarrieren systematisch adressiert und Innovationen greifbar und umsetzbar. In ihrer gemeinsamen Wirkung schaffen sie ein Umfeld, in dem Innovation kein Zufall, sondern Teil der Unternehmenskultur wird.

 

Unsere abschließenden Gedanken

Innovation ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis gezielter Strategien, struktureller Voraussetzungen und menschlicher Treiber. Sie sichert langfristig die Wettbewerbsfähigkeit, eröffnet neue Märkte und hilft Unternehmen, sich flexibel an wandelnde Rahmenbedingungen anzupassen. Dabei dürfen Innovationsbarrieren nicht nur als Hindernis gesehen werden – sie können auch wertvolle Hinweise auf Schwachstellen liefern und die Qualität von Ideen verbessern. Entscheidend ist, dass diese Barrieren erkannt und produktiv genutzt werden. Hier kommen Promotoren ins Spiel: Mit ihrem Wissen, ihrer Autorität oder ihren Netzwerken treiben sie Innovationsprozesse voran und helfen, aus Ideen echten Fortschritt zu machen. Wer Innovation ganzheitlich denkt – strategisch, kulturell und organisatorisch –, legt den Grundstein für nachhaltigen Erfolg in einer komplexen Welt.

Also worauf wartest du?

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